Freitag, 22. Juni 2012

Fortsetzung folgt Freitag

Angeblich sollen wir Schwaben ja die Kehrwoche erfunden haben. Aber wir Schwaben gelten ja auch als besonders sparsam. Wenn man mich nur mit diesen beiden Maßstäben misst, passe ich nicht in die Schwaben-Schublade. Zwar habe ich nen Bausparvertrag und beherzige das Motto meiner Eltern, dass man besser auf etwas hinspart statt dafür nen Kredit abzustottern, auch wenn man dann ggf. länger warten muss, bis man es hat. Aber ist das schwäbisch oder nicht einfach nur ne kluge Idee?
Zurück zur Kehrwoche. Ich kam auf das Thema, weil mich gestern die Putzwut gepackt hat und ich darum jetzt in ner aufgeräumt saubren Wohnung sitze. Und wieder einmal nehme ich mir vor: "die Wohnung bleibt von nun an in diesem repräsentativen Zustand." Ich bewundere ja Leute, die man anscheinend zu jeder Zeit und völlig überraschend besuchen kann und deren Wohnung stets so aussieht als würde jede Minute ein Foto-Team von "Schöner Wohnen" oder "Living at Home" auftauchen. Da frag ich mich: "haben diese Leute eigentlich auch noch dieses behagliche ach-wie-ist-das-schön-Wohlgefühl, das einen überkommt, wenn man es sich nach getaner Putzarbeit mit ner schönen Tasse Milchkaffee auf dem Sofa bequem macht?" (Man hat diesmal natürlich penibel darauf geachtet, dass die Senseo keine Sauerei macht und passt auf, dass auch der Kaffeebecher ja keine Ränder hinterlässt)
Vielleicht kann ich mit dem Thema Kehrwoche auch nur deshalb so locker umgehen, weil mir hier in Frankreich sicher niemand ein Kehrwochenschild neben die Tür hängen wird. Wie unverständlich die Kehrwoche für Franzosen ist, zeigt dieses Video:






Auf der anderen Seite fällt mir gerade auf, dass unser Parkplatz in der Gemeinschaftsgarage der einzige zu sein scheint, der je einen Besen in Aktion gesehen hat. Und wer hat wohl am Mittwoch den Treppenaufgang gekehrt, den wir uns mit der Nachbarin teilen? Vielleicht bin ich doch nicht ganz frei von Kehrwochen-Genen...